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Mangelzustände beheben

Mangelzustände an Vitaminen und Substanzen, die in der Niere gebildet werden, begleiten die chronische Nierenerkrankung, können aber medikamentös behandelt werden.

Erythropoietin (EPO)

Die meisten Nierenkranken leiden unter einer Anämie (Blutarmut) u.a. aufgrund von Mangel an Erythropoietin. Die Anämie kann zu Leistungsminderung und Erschöpfung führen. Sie fördert ausserdem die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein wesentlicher Baustein der Therapie ist der Ersatz von Erythropoietin (EPO). Das Hormon kann gentechnisch hergestellt werden. Es wird unter die Haut (subkutan) oder in die Vene (intravenös) gespritzt. Erythropoietin kann z. B. im Rahmen der Dialysebehandlung injiziert werden. Es sorgt dafür, dass wieder mehr rote Blutzellen (Erythrozyten) gebildet werden.

Eisen

Dialysepatienten fehlen ausser EPO oft auch andere Stoffe, die für die Blutbildung wichtig sind, wie z.B. Eisen. Eisen ist wichtig für die Bildung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), der sich in den roten Blutzellen befindet.

Vitamine

Wirkt Erythropoietin auch nach Ausgleich eines Eisenmangels nicht, kann das unter anderem am Verlust von wasserlöslichen Vitaminen liegen. Wasserlösliche Vitamine sind z. B. Folsäure, Vitamin C und B-Vitamine. Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme aus der Nahrung. Folsäure und B-Vitamine fördern die Produktion von roten Blutzellen (Erythrozyten).

Vitamine sind aber nicht nur für eine erfolgreiche Anämiebehandlung wichtig. Dialysepatienten, die langfristig wasserlösliche Vitamine einnehmen, haben eine höhere Lebenserwartung im Vergleich zu Patienten, die darauf verzichten. Das hat eine große internationale Studie gezeigt. Wasserlösliche Vitamine, vor allem die Folsäure, senken zudem den Homocystein-Spiegel im Blut und damit das Risiko einer Verkalkung der Schlagadern (Atherosklerose).

Ein Vitaminmangel kann durch entsprechende Medikamente ausgeglichen werden, z.B. mit einem Multivitaminpräparat. Die Vitamine können vom Arzt nach der Dialysebehandlung intravenös verabreicht werden. Es gibt auch Kapseln oder Tabletten, die entweder nach der Dialysebehandlung oder täglich eingenommen werden.

L-Carnitin

Dialysepatienten sprechen auf Erythropoietin manchmal besser an, wenn sie mit L-Carnitin behandelt werden. Mitunter kann dann auch die Erythropoietin- Dosis reduziert werden. Je höher der L-Carnitin-Gehalt im Blut ist, desto widerstandsfähiger sind die roten Blutzellen. L-Carnitin kann ihre Haltbarkeit und ihre Lebensdauer verlängern.

Zusätzlich kann bei manchen Patienten die Muskelkraft verbessert werden, indem ein Mangel an L-Carnitin ausgeglichen wird. Auch Herz-Kreislauf-Probleme können auf einen L-Carnitin-Mangel zurückgehen. Es gibt Hinweise darauf, dass ein plötzlicher Blutdruckabfall während der Dialyse bei Patienten, die L-Carnitin erhalten, seltener auftritt.

L-Carnitin wirkt am zuverlässigsten, wenn es am Ende jeder Dialysebehandlung intravenös verabreicht wird. Damit kann der Verlust unmittelbar aufgefangen werden. Als Ergänzung kann es auch oral eingenommen werden (zum Beispiel als Sirup aus der Apotheke).